19.04.2018 10:02 Alter: 89 days
Von: Ulrike Behl, Anke Bravin-Oceguera

Das furchteinflößende Nichts - Wie Sie kreative Blockaden überwinden


 

Nichts fürchten Menschen – die ad hoc kreativ sein müssen – so sehr, wie die Leere. Die Leere des Flipcharts im Brainstorming zur Kundenakquise. Die Leere der Metaplankarte  im Workshop zur Personalgewinnung im digitalen Mittelstand. Die Leere eines weißen Blattes, die es zu beschreiben gilt. Wo der Schriftsteller früherer Tage vor Angst gelähmt auf den frisch eingespannten Bogen in seiner Schreibmaschine starrte, wippen moderne Autoren im Takt des blinkenden Cursors im Worddokument nervös auf ihrem Swopper.


Ob nun hauptberuflich Kreativer oder eher ausnahmsweise kreativ Geforderter – die Barrieren sind dieselben: 

  • Wie fange ich an?
  • Woher nehme ich die zündende Idee?
  • Was hilft mir?
  • Und wie schaffe ich es, dass meine Idee, nicht einfach nur Inhalte vermittelt, sondern fesselt, berührt oder unterhält? (Oder wie kriege ich es hin, dass dieser Text Sie bis zum Schluss lesen lässt?)
  • Ein bisschen Bewegung tut gut, zu viel Anstrengung hemmt den Fluss. Es wäre naiv, wenn auf weltumwälzende Inspirationen zu hoffen, während Sie den Frankfurt Marathon laufen.
  • Eine anregende, sich (leicht) verändernde Umgebung kann helfen: Einige Menschen kommen, andere gehen, leise Geräusche, stetiger Hintergrund. Flirrendes Stroboskoplicht, donnernde Presslufthämmer und das Gewusel des Hauptbahnhofs wiederum wären zu viel.
  • Monotone oder mechanische Tätigkeiten lassen die Gedanken lose fließen: Spazierengehen, abwaschen oder putzen gehören dazu.


(K)Eine Frage der Farbe

Als ich meiner Freundin Yana das Klagelied von der kreativen Blockade singe und erwähne, ich hätte zwei Mittel, die mir immer hülfen, zwinkert sie mir zu: „Rot oder weiß?“


Ja, stimmt:  Manchmal ist es das eine Glas Wein, das inspirieren kann. Wohlgemerkt – das eine Glas! Auf Dauer jedoch ist das keine Lösung. Auch der heilige Eierlikör einer mir nicht ganz unbekannten und hochgeschätzten Texterkollegin, den sie immer vorrätig hat und stilecht nur aus dem Schokowaffelbecher nippt, hilft nicht, wenn man jeden Tag kreativ sein will, kann, darf und muss. 


Aber es nutzt alles nix: Klare Kommunikation braucht klare Köpfe!

Alkohol kann also keine dauerhafte Lösung sein. Was aber hilft dann, um den eigenen kreativen Fluss anzuregen? Wie wecken Sie Ihre Schöpferkraft? Wie überwinden Sie die Angst vor der Leere? Und wie das Ringen um die erste Idee, den ersten Satz? Wie schubsen Sie Ihr Gehirn aus einmal erdachten Ansätzen in frischere, passendere hinein?


Nur MUT!

Oft braucht es einfach ein wenig Mut. „Mut?“, denken Sie und schauen mich schief an. Ja, MUT! Denn MUT ist eine Abkürzung. Sie steht für „Machen und Tun“. Denn oft genug ist es das einfache Tun. Draufloszuschreiben – egal ob im Akquisebrainstorming, im Personalgewinnungs-Workshop  oder beim Entwerfen der Weihnachtsgrüße – kann also einfach das Beste sein. Bemalen oder bekritzeln Sie ein leeres Stück Papier mit allem, was Ihnen einfällt. Das kann und darf purer Nonsens sein, zusammenhangfrei und falsch geschrieben. Hauptsache, Sie stellen Ihr Gehirn auf „kreativ“.


(Das geht übrigens per Hand bei den meisten Menschen viel schneller und besser, als an der Tastatur. Je nachdem wie Sie Ihr Word eingestellt haben, machen die roten Markierungen für Tippfehler Sie außerdem konfus und reißen Sie für – an dieser Stelle völlig überflüssige – Verbesserungen aus dem Schreibfluss. Also – machen Sie’s per Hand!)


Wieso Otter Ihnen bei Elektroautos helfen

Eine andere Art, kreative Blockaden zu überwinden, berücksichtigt, dass Lesen und Schreiben auf struktureller Hirnebene miteinander verwoben sind. Deshalb hilft es, wenn Sie die Aufgabe wechseln: Sie wollen oder sollen einen Text schreiben zur Zukunft von Elektroautos? Prima! Lesen Sie etwas zur Ernährung von Ottern!


„WAS soll ich machen??!!“ Ja, lesen Sie etwas! Hauptsache: Sie lesen. Und Hauptsache Sie lesen nichts zu Ihrem Thema. Es sei denn, Sie müssen noch Fakten nachschlagen oder sich den aktuellen Stand der Forschung besorgen. Aber das sollten Sie eigentlich erledigt haben, bevor Sie sich daran setzen, den Text zu schreiben.


Für den Fall, dass Sie Ihre kreativen Anteile aufwecken wollen, jedoch gilt: Lesen Sie etwas komplett Anderes! Etwas, das Ihre Konzentration fordert und Ihre Aufmerksamkeit für den Augenblick vom eigentlichen Ziel ablenkt. Nehmen Sie sich ein anspruchsvolles Thema, dessen Inhalte Sie wirklich lesen und nicht nur scannen. Begrenzen Sie die Zeit auf ein vernünftiges Maß: Zehn oder zwanzig Minuten genügen, damit Ihr Gehirn auf andere Gedanken (und neue Ideen!) kommt und sich von dem festgefahrenen Muster löst.


Besser übrigens als im Web nach spannenden Artikel zu stöbern, ist der Griff ins Buch- oder Zeitschriftenregal: Auch hier regen Sie Ihr Gehirn besser an, als am PC-Bildschirm. Wie das Buch auf Ihrem Schoß liegt und das Magazinpapier sich anfühlt, spendiert Ihnen zusätzliche Impulse.


Das stille Örtchen als kreativer Raum

Oft hilft es, wenn Sie sich zum Lesen einen anderen Ort suchen. (Nicht umsonst kommen vielen Menschen auf dem WC die besten Ideen.) Zuhause mag es auch das Sofa oder der Esszimmerstuhl, bei der Arbeit die Bank vor dem Haus oder ein leerer Konferenzraum sein. Sie werden sehen, dass auch der minimale Ortswechsel Ihren scheinbar gerade phantasiefreien Geist belebt und auf wahrlich andere Gedanken bringt!


Sie kriegen immer noch nichts zustande? Gehen Sie ins Nachbarbüro und laden Sie den Kollegen zu einem 5-Minuten-Kaffee ein. Sprechen Sie ihn zu seinem Urlaub an, lauschen Sie und lassen Sie sich inspirieren! Wer weiß, ob nicht der gerade gehörte Schwank aus Müllers Neuseelandurlaub genau der Aufhänger ist, den Sie verzweifelt suchen?!


Bewegung bewegt auch den Grips

Sie haben mehr Zeit und eine einladende Umgebung? Dann gehen Sie eine Runde um den Block, atmen Sie, denken Sie an gar nichts (was schwer genug sein dürfte!) oder zählen Sie im Geiste Ihre Schritte (Auch nicht so trivial, wie Sie denken, wenn Sie zwischendurch jemanden grüßen, dem Bagger ausweichen oder den Blick über die Felder schweifen lassen.).


Jedenfalls hilft das Laufen dabei, Ihr Hirn in Bewegung zu setzen. Bewegung bringt den Geist auf Trab. Nicht umsonst gibt es Coach- & Walk-Angebote. Nicht umsonst fällt Ihnen wieder ein, was Sie im Keller eigentlich suchten, wenn Sie zurück in die Küche laufen. Nicht umsonst fällt Ihnen beim samstäglichen Tennismatch ein, wie Sie den Konflikt im Job endlich lösen können.


Und wenn es mit der Phantasie mal so gar nicht läuft, bringen Sie den Ortswechsel noch stärker ins Spiel: 


Anregende Orte regen an

Wenn Sie nach zwei Stunden Nonsens, anspruchsvoller (!) Ablenklektüre und dem Pausenspaziergang immer noch keine zündende Idee haben, gehen Sie raus aus dem bisherigen Kontext und an kreative Orte: Ins Museum für moderne Kunst, ins Erfahrungsfeld der Sinne, in die Landesgartenschau.


Was immer Sie sinnvoll ablenken, auf neue Art anregen und auf kreative, also schöpferische Gedanken bringen kann, passt. Das kann auch eine Automobilschau, die Brautmesse oder der Vortrag „Russische Gartenkunst im 18. Jahrhundert und ihr Einfluss auf die Kulinarik der Sowjetunion“ sein. Falls es Letzteren wirklich gibt. Die alte Regel „Wer heilt, hat recht!“ gilt fürs erfolgreiche Überwinden von Schreibblockaden genauso: „Was hilft, ist wirksam!“


Wie gehen nun wir von Klartext mit kreativen Blockaden um? Zum einen nutzen wir etliche der oben genannten Techniken. Und für unseren normalen Schreiballtag mit Pressemeldungen, Firmenberichten, Unternehmensbroschüren, Blogartikeln und Texten für Webseiten unserer Kunden genügt das vollkommen.


KLARTEXT im Malwerk Mainz

Wenn wir von Klartext allerdings mal wieder grundsätzlich frischen Wind im eigenen Unternehmen brauchen, gehen wir ins Malwerk Mainz: Getöpfertes aller Art wartet hier auf Farbe. Beim Malen, Verzieren und Gestalten lässt sich schweigend genießen, was die Hände erschaffen oder leise plaudern über Banales und Gewaltiges. Wie bei vielen anderen kreativitätsfördernden Ideen ist auch hier der Dreiklang entscheidend:


Da mein Anspruch an selbstbemalte Keramik weniger groß ist, als der an meine Texte, zähle ich auch das Malen zu den mechanischen Verrichtungen. (Was man meinen Werken auch ansieht. Das ist jedoch ein Defizit, mit dem ich sehr komfortabel lebe.) Ankes Anspruch dagegen, eine Kugel mit Pflanzen zu verzieren, bestaune ich ehrfürchtig. Zumal es ihr auch bestens gelungen ist! (Und wer etwas anderes zu behaupten wagt, werfe selbst…. bemale selbst die erste Kugel! Ist nämlich komplizierter, als man denkt!)


Ihr Vorteil bei kreativen Blockaden 


Und nun zu Ihrem einzigartigen Vorteil als Unternehmen, wenn Sie kreative Blockaden überwinden müssen: Delegation. Ja, genau: Sie haben (im Gegensatz zu uns!) den Vorteil, dass Sie Ihre Probleme auslagern können. Ob Sie nun ein Konzept oder eine Präsentation erstellen oder Korrekturlesen wollen, ob es um eine Pressemeldung, Unternehmensdarstellung, Marketingbroschüre, Verkaufsflyer oder Webseitentexte geht – geben Sie Ihre Blockade auf und Ihren Auftrag doch einfach an uns!


Für konkrete Anfragen schreiben Sie uns eine E-Mail oder rufen Sie uns einfach an!

 

 

Autor: Ulrike Behl, Klartext-Agentur für klare Kommunikation